Hoffnungsträger für deutsche Zellfertigung


BMZ Group ist auf Batteriesysteme spezialisiert – Firma will auch Schlüsselkomponente für E-Mobilität liefern

BundeswirtschaftsministerPeter Altmaier will sie, die Betriebsräte von Daimler, BMW und VW sowieso: Eine deutsche Fertigung für Batteriezellen soll die Abhängigkeit von
asiatischen Lieferanten bei der Schlüsselkomponente für die Elektromobilität verringern und die Wertschöpfung beim Autobau der Zukunft im Land halten. Während Hersteller sowie große Zulieferer wie Bosch oder Continental angesichts des finanziellen Risikos abwinken und ein Konsortium noch nicht in Sichtweite ist, traut sich ein Akkuspezialist aus Unterfranken aus der Deckung. „Unser Kerngeschäft ist seit 25 Jahren die Entwicklung und Produktion von leistungsfähigen Batterien, und
wir haben das Know-how und die nötige Erfahrung, um eine Zellfertigung in Deutschland aufzubauen“, sagte Sven Bauer, Chef der BMZ Group mit Sitz in Karlstein, der Automobilwoche. Damit werde der Industriestandort Deutschland wesentlich attraktiver. „Und wir schaffen und sichern zahlreiche Arbeitsplätze.“ Lieferant für StreetScooter
Die BMZ Group, die neben Akkus für Gabelstapler und Bohrmaschinen auch das Batteriesystem für den StreetScooter der Post liefert, war einer der Haupttreiber hinter dem Projekt TerraE. Der Firmenverbund hatte bereits 2017 einen Anlauf für eine Zellfertigung in Deutschland unternommen, das Unterfangen scheiterte jedoch. Die BMZ Group
übernahm nach dem Ausscheiden der Partner im November 2018 TerraE komplett und will die Pläne für eine Zellfabrik nun allein stemmen. Der Startschuss soll im Jahr
2020 fallen. Dann will die BMZ Group Zellen mit einer Gesamtkapazität von vier GWh pro Jahr fertigen. Dafür investiert das Unternehmen 300 Millionen Euro. In einem nächsten Schritt soll die Kapazität auf acht GWh steigen. Einen konkreten Standort gibt es noch nicht. Das Unternehmen setzt auf die bewährte Lithium-Ionen-Technologie. Schon in den vergangenen Jahren habe man Zellen bei den großen asiatischen Konzernen fertigen lassen. „Wir haben in eigene Linien bei den aktuellen Knowhow- Trägern investiert, was uns jetzt zugutekommt“, sagt Bauer.Das Interesse ist offenbar da: „Es wurden bereits konkrete Gespräche mit Automobilfirmen geführt, die Nachfrage nach den von TerraE entwickelten Hochleistungszellen ist schon im Voraus sehr hoch“, sagte ein Sprecher der BMZ Group. Auch Bundeswirtschaftsminister Altmaier
hat sich das Konzept erläutern lassen. Das Unternehmen hofft auf Fördermittel. Der Sprecher: „Eine Subvention seitens des Bundes würde unsere Pläne selbstverständlich stützen.“
Michael Gerster

 

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